1Fe-LSD vs. 1BP-LSD: Der große Vergleich der neuen Derivate

Die Ära von 1S-LSD ist vorbei. Seit der Aufnahme ins NpSG (Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz) Ende 2025 herrscht auf dem deutschen Markt für legale Psychedelika eine noch nie dagewesene Situation: Statt eines einzigen Nachfolgers buhlen gleich zwei neue Substanzen um die Gunst der Forscher: 1Fe-LSD und 1BP-LSD.
Das sorgt natürlich für Verunsicherung. Handelt es sich nur um Marketing? Sind die Substanzen sicher? Und vor allem: Wo liegen die Unterschiede? In diesem Artikel vergleichen wir die beiden neuen Derivate basierend auf der aktuellen Faktenlage, chemischen Analysen und ersten Erfahrungsberichten.
Die neue Strategie
Bisherige LSD-Derivate folgten einem einfachen Muster: Es wurden lediglich Kohlenstoffketten verändert, um das Gesetz zu umgehen. Und diese Ketten waren physiologisch weitgehend „inert“. Das heißt sie waren für den Körper unbedeutend.
Mit dem Verbot von 1S-LSD mussten die Labore jedoch kreativer werden und wieder wurden neue chemische Gruppen in die Moleküle eingebaut, um nicht unter die Definitionen des NpSG zu fallen.
- 1Fe-LSD: Enthält eine Ferrocen-Gruppe (ein Eisen-Komplex).
- 1BP-LSD: Enthält eine Bor-Gruppe.

1Fe-LSD

1BP-LSD
Das ist ein entscheidender Unterschied: Diese Gruppen sind potenziell reaktiver als einfache Kohlenstoffketten, was die Frage nach der Sicherheit ganz neu aufwirft.
Kanditat 1: 1Fe-LSD
Hintergrund:
1Fe-LSD (1-Ferrocenecarbonyl-LSD) stammt aus der „Erblabor“ des berühmten Lizard Labs. Nach deren Schließung Ende 2024 übernahm der Nachfolger Lysentia das Know-how. Das verleiht 1Fe-LSD einen gewissen Vertrauensvorschuss in der Szene, da es aus „bekanntem Hause“ kommt.
Chemische Besonderheit:
Das Molekül enthält ein Eisenatom, eingebettet in eine Ferrocen-Struktur. Dies sorgt für eine intensive orange Färbung der Blotter – ein rein optischer Effekt, der keine Qualitätsminderung darstellt. Mit einer molaren Masse von ca. 536 g/mol ist es etwa 40 % schwerer als klassisches LSD-25.
Kanditat 2: 1BP-LSD
Hintergrund:
1BP-LSD (1-Butanoyl-LSD-Komplex) stammt nicht von Lizard Labs/Lysentia, sondern aus einem Konkurrenz-Labor. Bei anderen Forschungschemikalien dieses Herstellers gab es anfangs scheinbar Berichte über Unreinheiten und eine weniger transparente Herstellungskette.
Chemische Besonderheit:
Hier wurde eine Bor-Gruppe verbaut. Mit einer molaren Masse von über 609 g/mol ist es das bisher schwerste Derivat. Das bedeutet: Ein Blotter muss deutlich mehr Wirkstoff enthalten (in µg), um die gleichen Forschungseffekte zu erreichen wie bei vorherigen Derivaten.
Der Vergleich
Beides sind (vermutlich) Prodrugs , die im Körper zu LSD-25 umgewandelt werden. Hier ein Vergleich der Eckdaten:
| Merkmal | 1Fe-LSD | 1BP-LSD |
|---|---|---|
| Herkunft | Lysentia (Ex-Lizard Labs) | Unbekannt |
| Element | Ferrocen (Eisen) | Bor-Verbindung |
| Dosierung | Benötigt ca. +40% Masse vs. LSD | Benötigt ca. +47% Masse vs. LSD |
Wichtig: Die wahrgenommene Stärke hängt primär von Set & Setting sowie der Dosierung ab. Chemisch gesehen führen beide Wege am Ende zum gleichen Ziel (LSD-25 im Gehirn), aber die „Reise“ dorthin unterscheidet sich durch die Art der Verstoffwechselung.
Sicherheit & Toxizität
Hier liegt der kritischste Punkt. Da beide Stoffe neue chemische Gruppen enthalten, gibt es keine Langzeitstudien am Menschen. Experten und YouTuber wie HYPERRAUM äußern dazu differenzierte Bedenken:
Die Kontroverse um 1Fe-LSD (Eisen)
Es gibt zwei Lager:
- Die Kritiker („Trojanisches Pferd“): Ein „Branchenkenner“ warnte davor, dass das Eisen durch seine Fettlöslichkeit direkt ins Gehirn gelangen und sich dort anreichern könnte. Theoretische Folge: Förderung neurodegenerativer Erkrankungen (Alzheimer/Parkinson) oder Zellschäden durch freie Radikale (Ferrocen wird in der Krebsforschung z.T. genutzt, um Zellen zu töten).
- Die Verteidiger (Herstellerseite): Ein von Lysentia beauftragter Chemiker argumentiert, dass das Spaltprodukt (Ferrocencarbonsäure) zu polar ist, um in Zellen einzudringen. Es würde einfach über die Nieren ausgeschieden. Die Eisenmenge (ca. 20 µg) sei im Vergleich zum körpereigenen Eisen verschwindend gering.
Die Unbekannte bei 1BP-LSD (Bor)
Bor-Verbindungen sind in der Pharmazie nicht ungewöhnlich, können aber toxisch oder krebserregend sein.
- Das Molekül erfüllt Kriterien für biologische Aktivität („3-Punkt-Pharmakophor“), was unvorhersehbare Wechselwirkungen im Körper bedeuten könnte.
- Zusätzlich gibt es vereinzelt Bedenken bezüglich der Reinheit bei Produkten aus dem unbekannten Labor, das 1BP herstellt.
Fazit zur Sicherheit:
Eine akute Vergiftung bei einer Standarddosis gilt bei beiden als unwahrscheinlich. Langzeitrisiken sind jedoch völlig unbekannt. Experten stufen diese neuen Derivate als potenziell risikoreicher ein als die alten „Kohlenstoff-Varianten“ (1V/1D/1S).
Rechtliche Lage & Fazit
Ist es legal?
- Deutschland: Aktuell sind beide Substanzen (1Fe und 1BP) nicht im NpSG erfasst und somit legal als Forschungschemikalien erhältlich.
- Österreich & Schweiz: Hier gilt oft das „Analoge-Prinzip“. Substanzen, die LSD chemisch ähneln, können auch ohne namentliche Nennung als illegal eingestuft werden. Der Besitz ist hier also mit hohen Risiken verbunden.
Zusammenfassung
Die Entscheidung zwischen 1Fe-LSD und 1BP-LSD ist keine Frage von „besser“ oder „schlechter“, sondern eine Frage der persönlichen Risikoabwägung.
Es ist schon absurd: Die strikte Verbotspolitik sorgt am Ende nicht für mehr Sicherheit, sondern zwingt uns in immer neuere, unerforschte chemische Experimente.
Da es für beide Substanzen keine Langzeitstudien gibt, bewegen wir uns hier im Bereich der Spekulation. Um dir die Entscheidung zu erleichtern, haben wir die Argumente noch einmal gegenübergestellt:
Das Argument für 1Fe-LSD
Wenn dir Herstellungsqualität und Transparenz am wichtigsten sind, spricht es eher für 1Fe-LSD.
- Pro: Es stammt aus der Nachfolge des renommierten Herstellers, der den Markt jahrelang zuverlässig versorgt hat. Die Wahrscheinlichkeit von Verunreinigungen wird hier geringer eingeschätzt.
- Contra: Du musst bereit sein, das theoretische (wenn auch von Herstellerseite entkräftete) Risiko der Ferrocen-Gruppe und des Eisen-Stoffwechsels einzugehen.
Das Argument für 1BP-LSD
Wenn du skeptisch gegenüber der Eisen-Thematik bist, ist 1BP-LSD die potenziell bessere Alternative.
- Pro: Du vermeidest die Ferrocen-Gruppe komplett.
- Contra: Du nimmst in Kauf, ein Produkt aus einem weitgehend unbekannten Labor zu beziehen. Zudem ist die Toxizität der Bor-Abspaltung ebenfalls ungeklärt.
Egal wie du dich entscheidest: Safer Use war noch nie so wichtig wie jetzt. Taste dich langsam heran, teste immer erst mit einer sehr geringen Dosis und achte auf dein Set & Setting.
Wer sich für die Forschung entscheidet, sollte dies ausschließlich mit geprüfter Ware tun. Wir haben dir hier eine Übersicht der Händler erstellt, denen wir vertrauen und die nachweislich saubere Substanzen liefern:
📚 Quellen & weiterführende Informationen
Dieser Artikel basiert auf aktuellen Recherchen, Expertenmeinungen und Community-Berichten. Für tiefergehende Informationen empfehlen wir die folgenden Ressourcen:
Video-Analysen & Expertenmeinungen
- HYPERRAUM: 1FE-LSD & 1BP-LSD: Sicher oder Risiko? Die Faktenlage (Video)
- Miraculix Lab: Pharmakologische Einschätzung und Analyse zu 1Fe-LSD
Detaillierte Substanz-Guides
- SET & SETTING: Umfassender Guide zu 1Fe-LSD
- SET & SETTING: Umfassender Guide zu 1BP-LSD
- Hintergrundwissen: Historie und Entwicklung aller LSD-Derivate
Vergleiche & Erfahrungsberichte
- Happyflower: 1BP-LSD vs. 1FE-LSD – Unterschiede in Wirkung & Risiken
- Reddit Community (DE): Diskussionen zu Research Chemicals in Deutschland
- Reddit Community (Int.): Internationale Erfahrungsberichte (r/researchchemicals)
👤 Über den Autor: Ahmet Deniz

Ahmet Deniz ist Leiter der SET & SETTING Akademie, der größten deutschsprachigen Bildungsplattform für psychedelische Substanzen. Durch seine Arbeit an der Schnittstelle von Forschung, Drogenpolitik und Harm Reduction verfügt er über tiefgreifendes Fachwissen zu aktuellen Rechtslagen (NpSG) und Substanz-Updates. Ahmet ist spezialisiert auf die fundierte Aufklärung über psychedelische Derivate und verfolgt das Ziel, Wissen für eine sichere und bewusste innere Arbeit zugänglich zu machen. Sein Fokus liegt dabei stets auf Verantwortung, strukturierter Edukation und Sicherheit.

