LSD-Retreats? “Cool”, aber auch sicher?

20. Mai 2022|LSD, Retreats|
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LSD-Retreats? “Cool”, aber auch sicher?

LSD-Retreat? In Deutschland und legal? Tatsächlich taucht diese Art von psychedelischem Retreat zur Zeit vermehrt im Netz und den entsprechenden Kreisen auf. Was man unter einem LSD-Retreat versteht und ob du ohne Bedenken an diesem teilnehmen kannst, erfährst du in diesem Artikel.

 

Was passiert auf einem LSD-Retreat?

Im Grunde genommen ist ein LSD-Retreat, wie andere psychedelische Retreats auch, eine Möglichkeit, für kurze Zeit aus dem gewohnten Alltag auszubrechen und innerhalb einer Gruppe von Gleichgesinnten eine psychedelische Erfahrung zu machen.

Die LSD-Reise steht im Mittelpunkt eines solchen Retreats und wird dazu genutzt, Erkenntnisse zu machen, die später positive Auswirkungen auf dein Leben und den Alltag haben sollen. Wenn du noch keine Berührung mit psychedelischen Substanzen gehabt hast, ist es zunächst schwer nachzuvollziehen, wie solche Erkenntnisse aussehen könnten, denn die Wirkung von Psychedelika ist so außergewöhnlich wie wahrscheinlich von keinen anderen dir bekannten Substanzen.

Das Wort “psychedelisch” setzt sich aus den altgriechischen Begriffen psychḗ‚ Seele und dẽlos ‚offenkundig zusammen. Wenn Psychedelika mit geeignetem Set und Setting eingenommen werden, dann werden sie im besten Fall genau dies tun – dir deine Seele offenbaren. Oder zeitgemäßer ausgedrückt, sie sind in der Lage, Dinge unserer Psyche zu beleuchten, von denen wir keine Ahnung hatten, dass sie existieren.

Aber ist nun ein LSD-Retreat der richtige Rahmen, um die Tiefen deiner Psyche zu erkunden? Und wie legal ist ein LSD-Retreat in Deutschland?

Der Sonderling unter den Retreats

LSD-Retreats sind unter den psychedelischen Retreats eher weniger bekannt als z. B. die immer beliebteren Trüffel-Retreats, bei welchen der Wirkstoff Psilocybin zur Bewusstseinserweiterung eingesetzt wird. Auch die aus dem südamerikanischen Dschungel zu uns in den Westen gedrungenen gemeinsamen Ayahuasca-Zeremonien scheinen im Vergleich zu LSD-Retreats beliebter zu sein. Woran liegt das?

Dafür lassen sich mehrere Gründe anführen. Zum einen liegt es sicherlich daran, dass LSD in den allermeisten Ländern weiterhin illegal und der Umgang mit diesem somit verboten ist.


In Deutschland legal?

Nichtsdestotrotz gibt es derzeit in Deutschland vereinzelt Retreat-Anbieter, die sich eine Grauzone zunutze machen und auf ihren Retreats die Forschungschemikalie 1V-LSD anbieten. Hierbei handelt es sich um ein LSD-Derivat mit nahezu identischer Wirkung zum “echten” LSD und einem Sonderstatus, was die Legalität betrifft.

Da es in seiner chemischen Struktur leichte Abweichungen zu LSD aufweist, unterliegt es derzeit (noch) nicht dem „Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz“ (NpSG) oder dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG). Retreat-Veranstaltern in Deutschland ist es daher tatsächlich möglich, legale psychedelische Retreats mit 1V-LSD in Deutschland zu organisieren. Warum sich die Beliebtheit von LSD-Retreats trotz dieser legalen Möglichkeit bisher in Grenzen hält, liegt wahrscheinlich an folgenden Gründen.

Die Wirkungsdauer

Zum einen ist es die Länge der Wirkung von 1V-LSD, denn diese beträgt sowohl bei LSD als auch bei seinem Derivat 1V-LSD 8-12 Stunden. Für eine gemeinsame Zeremonie auf einem psychedelic Retreat ist das eine sehr lange Zeit und kann schnell zu einer Überforderung einzelner Teilnehmer oder Teilnehmerinnen führen. Sicherlich spielt hierbei auch die Höhe der Dosierung eine entscheidende Rolle. Da diese für eine erkenntnisreiche “Reise” nicht zu gering ausfallen sollte, kann es gerade bei Menschen, die wenig bis gar keine Erfahrung mit psychedelischen Substanzen haben, zu einer negativen Erfahrung kommen.

Retreats, bei welchen Psilocybin verwendet wird (also Pilze und Trüffel) oder auch Ayahuasca eignen sich mit ihrer gerade mal halb so langen Wirkung von daher etwas besser, um mit ähnlicher psychedelischer Wirkung eine kürzere, aber dennoch effektive Erfahrung zu machen.

Risiko Forschungschemikalie

Neben der langen Wirkungsdauer könnte die zu konsumierende Substanz an sich ein weiterer Faktor für die geringere Bekanntheit legaler LSD-Retreats in Deutschland sein.

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei dem verwendeten Psychedelikum auf LSD-Retreats in Deutschland um das Derivat 1V-LSD. Im Gegensatz zu LSD, welches bereits 1943 entdeckt und von da an reichlich erprobt und seit den 60er-Jahren auch intensiv erforscht wurde, ist 1V-LSD eine relativ junge Substanz. Sie ist erst seit Kurzem auf dem Markt und wird als sogenannte Forschungschemikalie bezeichnet. Zwar ist die Wahrscheinlichkeit für negative Auswirkungen des Konsums überschaubar, da aber weder konkrete Forschungsarbeiten noch genügend Erfahrungsberichte zu 1V-LSD existieren, bleibt eine zuverlässige Aussage über mögliche Risiken dieser legalen LSD-Retreats in Deutschland aus. Ein Restrisiko ist also durchaus vorhanden.

Sofern du planst, an einem legalen psychedelic Retreat in Deutschland teilzunehmen, erkundige dich vorher unbedingt, wie der derzeitige Stand des Gesetzes ist. Da 1V-LSD mit großer Wahrscheinlichkeit noch dieses Jahr (Stand: 2022) verboten werden wird, sind legale Retreats in Deutschland voraussichtlich nur für kurze Zeit möglich.


Angebot und Nachfrage

Mit der rasant steigenden Nachfrage nach psychedelischen Retreats gibt es ein weiteres Risiko, mit dem du bei einem LSD-Retreat in Deutschland oder sonstigen psychedelic Retreats rechnen musst. Das bestehende Angebot dieser besonderen Retreat-Form kann der großen Nachfrage nur schwer nachkommen und es herrscht ein Mangel an erfahrenen Begleitern, gewissenhaften Organisatoren und ausgebildeter psychologischer Unterstützung.

Demzufolge erscheinen immer mehr Veranstalter auf dem Markt, denen das lukrative Geschäft vor dem verantwortlichen Umgang mit psychedelischen Substanzen geht. Dabei ist gerade dieser gewissenhafte Umgang mit Psychedelika so wichtig, denn ihre kraftvolle Wirkung sollte von niemandem unterschätzt werden.

Die Einfachheit in den Besitz von 1V-LSD zu gelangen und die attraktiven Werbemöglichkeiten, die psychedelische Retreats bieten, verbessern diese Lage nicht wirklich. Von daher solltest du die Veranstalter jeglicher psychedelic Retreats, die mit garantierter Transformation oder zweifelloser Lebensveränderung werben, immer mit gewisser Skepsis prüfen. Psychedelika sind bei jedem Konsumenten und jeder Konsumentin derart individuell, sodass eine Garantie für eine positive Wirkung von niemandem gegeben werden kann.

Fazit: Das solltest du beachten

Die Entscheidung, an einem psychedelischen Retreat teilzunehmen, ist vielleicht ein Meilenstein deiner persönlicher Weiterentwicklung. Deswegen ist es besonders wichtig, dass du dich vor einer Anmeldung intensiv mit den wichtigen Fragen auseinandersetzt. Was willst du überhaupt mit einer Teilnahme bezwecken? Welche Substanz ist dabei die Richtige für dich? Wo bietet es sich an? Etc. Für mehr Informationen, wie du ein geeignetes Retreat findest, lies dir diesen Artikel durch, in dem wir auf alle zu beachtenden Punkte eingehen und dir am Ende einzelne Retreat-Zentren empfehlen können.

Solltest du dich für ein LSD-Retreat in Deutschland entscheiden, achte vor allem darauf, dass der Anmeldeprozess stimmt. Kein verantwortungsbewusstes psychedelisches Retreat erlaubt eine Teilnahme ohne vorheriges eingehendes Screening aller Interessenten. Da magische Trüffel in den Niederlanden schon seit Langem legal sind, findest du dort eine größere Auswahl an Veranstaltern, die einen langjährigen Erfahrungsschatz mitbringen. Auch diese findest du in unserem Artikel.

Unabhängig von deinen Beweggründen, der Substanz, für die du dich entscheidest und dem Ort des Retreats, ist es von Bedeutung, dass du in jeglicher Hinsicht Vertrauen hast und dein Bauchgefühl stimmt. Deine Entscheidung solltest du von daher auf keinen Fall überstürzen, weil du in einer Minute der Euphorie so schnell wie möglich an einem Retreat teilnehmen willst. Im Gegenteil solltest du dir viel Zeit und Ruhe gönnen, um ausreichend zu recherchieren.


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